Aktuelles


Februar-März-April 2019


 

In Ključ werden seit Monaten immer wieder Flüchtlinge und Migranten auf der Strasse ausgesetzt. Entweder kommen sie von Sarajevo oder Bihać. Das lokale Rote Kreuz ist überfordert und verfügt weder über die notwendige Infrastruktur, noch Mittel.

Während unserer Hilfsaktion im Dezember 2018 konnten wir uns von den Zuständen vor Ort einen Einblick verschaffen.

 

 

Wir möchten das Rote Kreuz vor Ort unterstützen. Es ist unser Ziel Spenden für einen Container, der als Anlaufstelle und Erste Hilfe dienen soll, zu sammeln. Gemeinsam mit anderen Hilfsorganisationen wollen wir den Container ausstatten und so eine Erstversorgung in Ključ ermöglichen. 

 

Jede Unterstützung ist willkommen!

Herzlichen Dank!

 

 

 


Januar 2019


Vom 23.12. bis 31.12.2018 waren wir auf der "Balkanroute" unterwegs.

 

Vor Ort besuchten wir die vom IOM geleiteten Flüchtlingscamps in Velika Kladuše (Foto) und Bihać, aber auch in Salakovac / Mostar. Dort ist allerdings das Ministerium für Menschenrechte und Flüchtlinge zuständig.

 

Die Zustände in den Lagern waren (bis auf Salakovac) katastrophal und menschenunwürdig. Trotz allem Verständnis für organisatorische, infrastrukturelle und personelle Schwierigkeiten, ist es kaum zu verstehen, dass Menschen so untergebracht werden.


Dezember 2018


 

Bosnien-Herzegowina wurde und wird für viele Menschen auf der Flucht zur Sackgasse.

Staat und Gesellschaft scheinen überfordert und vor Ort an den Hotspots um Bihać und Velika Kladuša, aber auch bei Ključ, spitzt sich die Lage zu.

 

Der erste Schnee ist gefallen und die Temperaturen fallen. Viele Menschen, darunter auch viele Familien mit Kindern, sind auf der Strasse oder in improvisierten Camps.

 

Über Weihnachten wollen wir versuchen, dank Ihrer  Spenden vor Ort und direkt zu helfen.

 

Mit den Spendengeldern werden wir vor Ort - in Absprache mit lokalen Hilfsorganisationen - das Nötigste einkaufen: Nahrung, warme Kleidung, Decken, Hygieneartikel...

 

Aus der Schweiz werden wir im Rahmen des Möglichen Schlafsäcke, Decken und Socken mitnehmen.

 

Team Help Now

 

 

 


Juli / August 2018


Flüchtlinge und Migranten in Bihać
Flüchtlinge und Migranten in Bihać

   

 «Die Lage ist erschütternd»

 

Migranten und Flüchtlinge auf der Balkanroute in der Sackgasse

 

Als Projekt Help Now unter dem Dach des Netzwerks Asyl Aargau erfolgte Ende Juli 2018 ein weiterer Hilfseinsatz entlang der Balkanroute. Dieses Mal ging es an die aktuellen Hotspots im Nordwesten Bosnien-Herzegowinas. Es ging zuerst nach Bihać und Velika Kladuša. Anschliessend nach Salakovac (Mostar).

   

Seit Frühling 2018 treffen dort täglich Flüchtlinge und Migranten ein und versuchen illegal in die Europäische Union, nach Kroatien, Slowenien und Italien zu gelangen. Zum Zeitpunkt unserer Hilfsaktion sollen sich nach Auskunft lokaler Politiker, Hilfskräfte und Journalisten etwa 2500 (bis 3000) Personen in Bihać und etwa 600 (bis 800) Personen in Velika Kladuša befunden haben. 4500-5000 Personen sollen sich im Una-Sana-Kanton bzw. in der Region Krajina befinden. Das Rote Kreuz in Bihać gibt zu Zeit täglich dreimal je 1000 Mahlzeiten aus. Der Europarat (und auch div. Presseagenturen) ging von bisher ca. 9000 Personen aus, die sich seit Jahresbeginn im Lande befanden. Genau weiss es niemand und daher arbeiten sowohl politisch Verantwortliche, wie auch Medienschaffende mit unterschiedlichsten Daten und Informationen. Mitarbeiter der Verwaltungsbehörden kommen kaum mit ihrer Arbeit nach und sind im Verzug. Auch können nicht alle Personen - aus unterschiedlichsten Gründen - erfasst werden.

Die Zustände in Bihać (ca. 60 000 Einwohner) kann man zurecht als schwierig und sehr problematisch bezeichnen. Der Bürgermeister von Bihać, Šuhret Fazlić, empfing Stefan Dietrich (Netzwerk Asyl Aargau, Projektleiter Help Now) und den Sekretär des Roten Kreuzes, Selam Midžić und informierte über die aktuelle Lage.

Täglich treffen Flüchtlinge und Migranten aus verschiedensten Staaten (von Afghanistan, Pakistan, Irak, Iran, Syrien bis Marokko) ein. Die Situation verschärft sich zusehends. Das Gros der Menschen ist relativ jung und stammt wie es scheint aus Pakistan. Es sind - im Vergleich zum Vorjahr - wieder vermehrt auch Familien mit kleinen Kindern (oft aus Syrien, Irak, Iran) darunter.

 

Überall in der Stadt kann man junge Migranten und Flüchtlinge antreffen. Dieser Sommer ist sehr heiss. Die alten Bäume im Stadtkern und der nahe Fluss spenden Schatten. Sie sitzen am Strassenrand, in Parkanlagen, am Fluss, auch in Restaurants oder stehen vor den Kiosken im Stadtzentrum. Die Mehrheit hält sich im Wäldchen um die Ruine des ehemaligen Schüler- / Studentenheims (Đački dom) auf. Viele zelten im Park, viele haben ihren Schlafplatz in der Ruine aufgeschlagen. Nachts und am Morgen ist es schon recht kühl. Wer kann, wärmt sich am Feuer.

An der mit Fahrzeugen erreichbaren Seite des Gebäudes haben sich Hilfsorganisationen eingerichtet und geben Kleidung (und andere Hilfsgüter) aus, freiwillige Ärzte (zu Zeit "Ärzte ohne Grenzen" aus Belgrad) untersuchen und verarzten Erwachsene und Kinder.

Die Stad Bihać und seine Bürger bemühen sich seit Monaten die Situation zu bewältigen. Es ist alleine nicht zu schaffen! Es fehlt an materieller, logistischer und vor allem politischer Unterstützung seitens benachbarter Gemeinden und noch mehr an Verständnis in Sarajevo. In der Krajina war oft zu hören, dass man sich allein gelassen fühlt. Das UNHCR, IOM und andere internationale Organisationen sind aktiver geworden. Vor dem nahenden Winter wird es unerlässlich sein, eine institutionalisierte Form der Registrierung, Versorgung und Unterbringung zu organisieren. Insbesondere, wenn man weitere Tote an der Grenze und die Zunahmen von Spannungen in der Lokalbevölkerung vermeiden möchte. Möglicherweise wird geradezu dieses zynischer Weise in Kauf genommen.

 

Die Vorbereitungszeit für diese Hilfsaktion war kurz, aber sie war soweit erfolgreich. Alle im Aargau gespendeten Schlafsäcke konnten in Bihać direkt an bedürftige Menschen übergeben werden. Die Mehrzahl schlief in Zelten, sehr viele aber auch auf dem Boden oder auf Plastikplanen, alten Matratzen oder auf alten Kleidern. In Zusammenarbeit und Absprache mit dem Roten Kreuz wurden die gesammelten Spendengelder für Unterwäsche für Kinder, Frauen und Männer, T-Shirts, Hygieneartikel, Lebensmittel, Plastikbesteck und -geschirr für die Essensausgabe in Bihać, Insulin, Kekse für Kinder, … verwendet. Dennoch fehlt es weiterhin an Vielem, vor allem in Velika Kladuša. Insbesondere fehlt es an Nahrungsmitteln, aber auch Sanitäreinrichtungen. Auch das Rote Kreuz ist notdürftig ausgestattet, sowohl in der Krajina, als auch in Mostar.

Zahlreichen Migranten fehlen oft auch Informationen in Bezug auf Asyl, Einwanderung und Bleiberecht. Sie können Chancen in Europa zu bleiben nicht einschätzen. Immer wenn eine Person es «schafft», dann verbreiten sich diese Nachrichten recht schnell und nähren ihre Hoffnung es auch zu «schaffen». Sie sind mehrheitlich sehr jung und haben bereits sehr viel mitgemacht. Sie sehen sich kurz vor dem Ziel, dem «gelobten Land». In der Regel wollen fast alle nach Deutschland, Frankreich oder Italien. Viele sind frustriert, sehen keine Perspektive mehr und oft werden sie aggressiv. Andere wiederum haben es bereits 17 Mal versucht nach Kroatien zu gelangen, wurden dort von der Polizei erwischt und nach Bosnien-Herzegowina zurückgeschafft. Berichte über gewaltsame Übergriffe seitens der kroatischen Polizei häufen sich seit Monaten. Dabei werden Migranten geschlagen, ihre Handys abgenommen oder unbrauchbar gemacht. Das Bargeld wird ihnen ebenfalls weggenommen. Während unserer Hilfsaktion kam ein 19jähriger junger Mann um. Er starb an Infektionen, Lungenentzündung und Meningitis. In den letzten drei Monaten kam ein junger Mann bei einer Messerstecherei um, ein anderer ertrank bei Cazin. Der Weg über die Grenze ist risikoreich, unter anderem auch, da es immer noch viele Minenfelder aus der Zeit des Jugoslawienkrieges gibt.

Aus humanitären, aber auch aus sicherheits- und gesundheitspolitischen Gründen besteht dringender Handlungsbedarf. Da in Bosnien-Herzegowina dieses Jahr im Oktober Wahlen anstehen, versuchen sich jetzt schon vor dem offiziellen Wahlkampf, verschiedene Politiker und Parteien zu profilieren, mehrheitlich auf Kosten der Migranten und Flüchtlinge.

 

Stefan Dietrich 

Bremgarten, 08.08.2018

 


Juli 2018


Neue Fluchtrouten - veränderte Herausforderungen

 

Grundsätzlich hat sich die Lage auf der Balkanroute - im Vergleich zu 2015 - 2017 - stark entspannt. Es sind viel, viel weniger Menschen auf dem Balkan Richtung Mitteleuropa unterwegs. Tausende sind "hängen geblieben". Dennoch bleibt das Thema in den Medien, in Politik und Gesellschaft sehr dominant und polarisierend. Rechtsextreme und Populisten erzeugen bzw. fördern vorhandenen Ängste in der Bevölkerung um ihre Macht und ihren Ausfluss auszubauen. Nationalismus und Fremdenhass erreichen - wie es scheint - den Mainstream, die Mitte der Gesellschaft. Eine konstruktive und unseren Werten, die selbstverständlich den Menschenrechten verpflichtet sein sollten, erscheint kaum mehr möglich. Die anfänglich sehr positive und hilfsbereite Stimmung ist vielen Bereichen umgeschlagen. 

 

Die veränderten Balkanrouten erfassen verstärkt auch Bosnien-Herzegowina. Das Land leidet bis heute noch unter den Folgen des Bürgerkrieges von 1992 - 1995 und ist in vielerlei Hinsicht geteilt. Zu Zeit befinden sich etwa 6800-7000 Menschen, Kriegsflüchtlinge und Migranten, aus dem Irak, aus Afghanistan, aus Syrien, aus Libyen (…) im Land. Wichtige Hotspots befinden sich bei Mostar und Bihać, aber auch bei Sarajevo. Es fehlt an verschiedenen alltäglichen Dingen. Laut unseren Informationen sind im Moment Schlafsäcke und Hygieneartikel notwendig. 

 

Ende Juli findet die nächste Hilfsaktion vor Ort statt. Je nach Situation wird der Schwerpunkt bei Mostar oder Bihać sein. Wir entscheiden kurzfristig und in Absprache mit lokalen Helfern.

 

Hier ein aktueller Bericht von Fabian Hägler in der Aargauer Zeitung:

www.aargauerzeitung.ch/aargau/kanton-aargau/fluechtlingshilfe-auf-balkanroute-dieser-mann-sieht-help-now-als-aufforderung-132747648

 

Weiterhin benötigen wir noch Sach- und Geldspenden für gestrandete Flüchtlinge und Migranten in Bosnien-Herzegowina. Insbesondere ist es geplant vor das Nötigste einzukaufen und Schlafsäcke zu übergeben.

 

Weitere Informationen via

Email: helpnowch@gmail.com

 

Spenden bitte an:

Verein Netzwerk Asyl Aargau
Help now
5408 Ennetbaden

IBAN: CH79 0900 0000 6120 9530 2
PC Konto: 61-209530-2

  

 

Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung unserer Hilfsprojekte!

 

 

 

 


April / Mai 2018


Nach aktuellen Medienberichten und Informationen aus der Region versuchen weiterhin zahlreiche vor Krieg und Krisen fliehende Menschen über die "Balkanroute" Mitteleuropa zu erreichen. Mehr als 6000 Personen sollen sich in Serbien befinden. 

 

Hier ein Bericht aus der Süddeutschen Zeitung:

www.sueddeutsche.de/politik/flucht-nach-europa-in-der-eisigen-sackgasse-1.3899978

 

Am 15. April geht es wieder an die südliche Balkanroute.

Das Ziel der nächsten Aktion wird der Besuch von Flüchtlingslagern in Mazedonien sein. Eventuell wird es möglich sein auch ein weiteres in Südserbien zu besuchen.

Mit Spenden aus der Schweiz werden vor Ort Hilfsgüter, Hygieneartikel, aber auch Schulmaterialien eingekauft und direkt übergeben. Während des Aufenthaltes sind Begegnungen und Gespräche mit Vertretern der mazedonischen Regierung geplant. 

 

 


Help Now 2015 - 2017


Flüchtlingslager Krnjača, Belgrad (Serbien), März 2016.

Busbahnhof Belgrad, März 2016

Alte Ziegelei, Subotica (Serbien), Februar 2017

Alte Fabrikhallen, Belgrad (Serbien), Februar 2017

Temporäres Transitlager Vinojug, Gevgelija, (Mazedonien), Februar 2017

 

Tabanovce (Mazedonien), Februar 2017

Tempus fugit

 

Seit März 2016 ist die Balkanroute "offiziell geschlossen". Die Folgen sind immer noch spürbar, immer noch katastrophal - vor allem im krisengeschüttelten Griechenland, aber auch durchaus in Serbien, in der Türkei und zum Teil in Mazedonien, Bulgarien und Ungarn. 

 

Es treffen täglich bis zu 100 Menschen in Belgrad ein. Sie kommen aus dem Süden, aus Mazedonien oder Bulgarien, und versuchen weiter zu gelangen. 

 

Gleichzeitig werden immer noch Menschen aus dem Norden, die es nicht in die Europäische Union geschafft haben, zurückgeschafft...

 

Wie können und wollen wir weiterhin Menschen in Not helfen?

 

Wir wollen uns der veränderten, aktuellen Situation anpassen und werden weiterhin helfen, solange es nötig ist.

 

In Zukunft sind wir als Projekt und unter dem Dach des Vereins Netzwerk Asyl Aargau aktiv.

 

Herzlichen Dank für Euer Vertrauen, Eure tolle Unterstützung und Euer Engagement für Menschen in Not!

 

Euer Help Now - Team

 

 

 

 



Weitere Entwicklung

Die Lage in Syrien und im Irak verschärft sich weiter. Es ist davon auszugehen, dass sich bei wärmeren Wetterverhältnissen wieder Menschen neue Routen nach Europa suchen werden. Wir wollen weiterhin bereit sein, um schnell helfen zu können.

Punktuelle, direkte Hilfe

Zusätzlich werden wir uns weiterhin entlang der südlichen Balkanroute vor allem (zu Zeit in Serbien und Mazedonien) punktuell, aber direkt und vor Ort engagieren.